Krokuszeit in Zavelstein

Krokusblüte in Zavelstein

Zavelstein, die kleinste Stadt Deutschlands, ist wegen ihrer blau blühenden wilden Krokusblüte weithin bekannt. Jetzt im März flanieren in dem kleinen Luftkurort scharenweise Touristen aus nah und fern. Auf dem knapp 4 Kilometer langen Krokusweg genießen sie die ersten Frühlingsstrahlen auf der idyllischen Hochfläche oberhalb Bad Teinachs. Das Krokusblütenmeer auf den Wiesen wird sogar alljährlich in einem wissenschaftlichen Projekt untersucht. Der Zavelsteiner Stadtrat Dr. Karl-Eugen Schroth schätzt in seinem Bericht zur Erhaltung und Förderung des Frühlings-Krokus die Krokusblüten im Naturschutzgebiet 2019 auf 1,57 Millionen Blüten.

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Weltstadt mit Schmerz

Plakat am Münchner Stadtmuseum

Gelockert wird (noch) nicht, auch wenn der Inzidenzwert in München nun bei unter 50 liegt. So hat es Münchens OB Dieter Reiter unmissverständlich klar gemacht. Weltstadt mit Schmerz statt Weltstadt mit Herz. Lieber als die Headlines der Münchner Tageszeitungen, die an jeder Straßenecke prangen, schaue ich mir bei meinem Rundgang vom Sendlinger Tor Richtung Isar die Plakate und Tafeln in der Innenstadt an.

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Dezember am Neckar

Foto: Ursula Kuttler-Merz

Ach, was kann man an Adventswochenenden in diesem verflixten Jahr machen, wenn man das Gefühl hat, nichts geht voran? Spazierengehen zum Beispiel. An der Porta Suebica in Rottenburg steht ein schönes altes Fachwerk-Industriedenkmal am Neckar, ehemals Mühle und Asbestfabrik, das in den 80er Jahren zum Wasserschlössle mit 18 Wohnungen mutiert ist. Der Neckar, der hier das Revier von Schwänen, Bibern und Haubentauchern ist, lädt zu jeder Jahreszeit zum Verweilen und Schlendern ein. Er ist Teil der Stadtlandschaft, und weil gerade Hölderlin-Jahr ist, möchte ich bei der Gelegenheit eine Strophe der Ode an den Neckar zitieren:

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Gesund im Wald

Sankenbachsee im Nordschwarzwald

Waldbaden ist seit Jahren schon in aller Munde. Man muss aber nicht shinrin yoku, den Trend aus Japan und Korea bemühen, denn in Deutschland ist der Wald tief im kollektiven Bewusstsein verankert: das menschliche Dasein hat seinen Ursprung in den Wäldern, seit den Gebrüdern Grimm spielen fast alle Märchen im Wald, der Wald ist Metapher und Sehnsuchtsort. Es gibt viele Publikationen zum Thema Wald, Waldbaden und dem geheimen Leben der Bäume, nun ist der Wald auch in der Medizin, genauer: der naturheilkundlichen Medizin angekommen.
Immer mehr waldtherapeutische Ansätze (shinrin-ryoho) gibt es in Deutschland, wie auf dem naturheilkundlichen Ärzte-Kongress ZAEN in Freudenstadt mit dem Schwerpunkt Waldgesundheit zu erfahren war. Beim Thema Waldtherapie geht es im Gegensatz zum Waldbaden darum, Menschen, die psychisch oder physisch erkrankt sind, Genesung im Wald zu ermöglichen.

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Auf dem Tegernseer Hausberg

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Er gilt nicht nur als der Hausberg der Tegernseer Region, nein, auch die Münchnerinnen und Münchner sehen ihn als „ihren“ Berg an: die Rede ist vom Wallberg, 1722 Meter hoch über Rottach-Egern gelegen, der zum Mangfallgebirge gehört. Gut, dass wir in einer Viertel Stunde mit der Gondel oben sind, ohne die Strapazen eines Aufstiegs. Hier oben liegt einem der Tegernsee zu Füßen.

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Hervorgehoben

Panta rhei: Radeln am Neckar

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Der Neckar zwischen Bad Niedernau und Obernau

Panta rhei, alles fließt, meinte Heraklit, so wie der Neckar die gut 360 Kilometer von seinem Ursprung bis zur Mündung. Der griechische Philosoph vergleicht das menschliche Sein mit einem Fluss. Alles fließt und nichts bleibt, alles ist nur ein ewiges Werden und Wandeln. Um wieder in den Fluss (oder den Flow) zu kommen, ist der gut ausgeschilderte Neckartalradweg zwischen Horb und Tübingen eine schöne Radleretappe.

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Horb am Neckar

Ein wahrer Genuss ist es, sich durch die idyllische Flusswelt mit den pittoresken Weilern treiben zu lassen.

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Wasserhüterin in Bieringen

Auch die weibliche Naturphilosophie beinhaltet das panta rhei des Heraklit. In Bieringen, das idyllisch an zwei Flüssen und Quellbächen liegt, begegnet einem das Kunstprojekt Wasserhüterinnen an der Brücke. Die Künstlerin Theresia K. Moosherr beschreibt es als Symbol des Weiblichen, als Bewahrerin der Schöpfung und für ein Denken, das auf Ganzheit setzt.
Die Wasserhüterinnen sind auch am Mühlsteig in Bad Cannstatt zu sehen. Das Kunstprojekt soll eines Tages den ganzen Lauf des Neckars von der Quelle bis zur Mündung umspannen.

Immer am Fluss entlang geht es weiter. Wer jetzt seine Muskeln und Blutbahnen mit Magnesium und Calcium aus den hiesigen Quellen versorgen möchte, kann auf der Fahrt einen Abstecher zur Sprudelfabrik in Obernau machen. Oder als Alternative im nächsten Ort, Bad Niedernau, zur alten Römerquelle radeln. Das Wasser dort ist übrigens auch behütet, allerdings vom Relief des gallo-römischen Quell-und Heilgottes Grannus. Um zur Römerquelle zu kommen, muss man den Radweg verlassen und in den Ort hinein bis hinter den Kurpark radeln.

Weiter gehts nach Rottenburg. Auch hier wieder Spuren der Römer, die mit Sumelocenna eine der wichtigsten römischen Verwaltungsstädte im heutigen Baden-Württemberg gründeten.

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Rottenburg: Blick auf Das Gästehaus am linken Ufer und die alte Manufaktur
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Schwanenfamilie am Neckar in Rottenburg

Im späten Mittelalter war es Mechthild von der Pfalz, die am Neckar in Rottenburg der Kunst und Kultur zur Blüte verhalf und die Universität Tübingen gründete (der Name Eberhard-Karls-Universität geht auf ihren nicht minder wichtigen Sohn zurück, der auch einen Anteil daran hatte. Der spätere erste Herzog von Württemberg indes war nicht der Gründer der Uni, wie auf einem Mechthild-Symposium 2019 zu erfahren war).
Seit dem 14.Jahrhundert bis 1805 gehörte Rottenburg zu Vorderösterreich, was man auch an den historischen Bauwerken am Marktplatz sieht. Später wurde das katholische Rottenburg dann zu einer Diözese mit Bischofssitz.

Nur gut zehn Kilometer entfernt liegt die alte protestantische Residenz- und Universitätsstadt Tübingen. Zwischen den beiden so unterschiedlichen Städten schauet die Wurmlinger Kapelle still ins Tal hinab (Ludwig Uhland), eine Landmarke, die man kilometerweit sieht. Am Ende der inspirierenden Fluss-Etappe hat man dann das Wahrzeichen Tübingens, den Hölderlinturm am Neckar erreicht und ist mitten drin im Postkartenmotiv mit Stocherkähnen. Hier kann man nun vom Rad aufs Ruderboot, Tretboot oder in den Stocherkahn umsteigen und dort die Seele baumeln lassen.

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Neckarfront in Tübingen mit Hölderlinturm

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch – dieses Zitat von Hölderlin wurde im Pandemiejahr zu einem regelrechten Leitmotiv. 2020 wurde der 250.Geburtstag von Hölderlin begangen. Auch wenn vieles im Jubiläumsjahr nicht stattfinden konnte: das neugestaltete Hölderlinmuseum lädt wieder von Dienstag bis Sonntag zu einem Rundgang ein. Im Turm verbrachte der schwäbische Lyriker 35 Jahre seines Lebens in der Obhut der Schreinersfamilie Zimmer und hinderte seine „Pflegeeltern“ am Schlafen, wenn er des nachts durch den Flur schritt, um seine Gedichte besser skandieren zu können.

Auf http://www.hoelderlinturm.de gibt es Hintergrundsinformationen mit Podcasts und TV-Beiträgen, besondere digitale Angebote wie eine Jahreszeiten-Gedicht-Maschine und Workshops zum kreativen Umgang mit Sprache.

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Im Hölderlinturm Tübingen

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Lilien auf dem Felde

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Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht ist bekleidet gewesen als deren eines. (Evangelium nach Matthäus)

Auch wenn ich keineswegs bibelfest geschweige denn bibeltreu bin, möchte ich nach dem neuen noch das alte Testament bemühen: ich wähne mich hier wahrlich im Paradiesgarten. Oder wie der französische Philosoph Voltaire meinte: Das Paradies ist da, wo ich bin.

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Blütenträume in Nachbars Garten

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Eigentlich wäre heute, am 23. April die Eröffnung gewesen: Die Landesgartenschau in Überlingen am schönen Bodensee wird verschoben. Nun haben die neu gepflanzten Blumen und Bäume, das Schilf und die Stauden ein Jahr Zeit weiter zu wachsen und
werden ihre Fülle am 9. April 2021 dem Publikum in noch größerer Pracht präsentieren. Einstweilen begnügen wir uns mit den Blüten in Nachbars Garten und am Wegesrand. Und finden vielleicht Trost in dieser Rilke-Strophe:
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Ziegen unter Schäfchenwolken

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Wo hört die Wahrheit auf, wo fängt das Märchen an?

Hoch oben am südlichen Rande des Schönbuchs liegt im Gäu eine Landschaft wie aus dem Paradiesgarten. Wo Ziegen unter Schäfchenwolken weiden, blühen im Frühjahr Kirsch, – Apfel- und Zwetschgenbäume soweit das Auge reicht.  Vögel tirilieren in den Lüften und manch scheues Reh wagt sich in der Dämmerung aus dem Wald und lässt den Blick über das Ammertal schweifen.
Vor einigen hundert Jahren haben in einem Dörflein namens Mönchberg fleißige schwäbische Mönche Wein angebaut, da, wo jetzt die Streuobstbäume am Hang in Blüte stehen. Und weil der Wein von hier so schmackhaft war, ging sein Ruf sogar bis hinauf in den Norden des Landes und wurde dort gerne getrunken.

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In dieser Landschaft wie aus der Zeit gefallen, wähnen sich aufmerksame Wandersleute manchmal in der Grimmschen Märchenwelt:

In jener Zeit also, als die Mönche in Mönchberg noch Wein kultivierten, machte sich an einem Tag im sprießenden Frühjahr ein Mädchen auf den Weg in den Wald. Es trug über seinem Arm ein Körbchen mit schwäbischem Hefezopf und dem fruchtigen Wein dieser Gegend. Das arme Kind hatte seine Eltern früh verloren und wollte nach langer Zeit wieder einmal die gute Großmutter in ihrer Hütte im Buchenwald besuchen. Man muss nämlich wissen, zu jener Zeit wütete die Pest in allen Landen und die Großmutter, eine weise und heilkundige Frau, hatte sich schon lange in den Wald zurückgezogen, um aus Kräutern, Blüten und Beeren Arzneien herzustellen.

So ging das Mädchen dahin und machte kurz vor dem Wald Rast, um ein paar Blumen auf der Wiese zu pflücken. Als es so viel zusammen hatte, dass es keine mehr tragen konnte, naschte es ein bisschen vom Kuchen und probierte vom himmlischen Tropfen. Dann fiel ihm die Großmutter wieder ein, und es machte sich leichten Fußes auf den Weg zu ihr.

Liebe Leserin, lieber Leser, wie würdest du das Märchen weiterschreiben?

Das Ende sei schon verraten: Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute….

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Thermenfreuden unter Tannen

Therme
Therme Bad Teinach Januar 2020

Für mich gibt es nichts Schöneres, als im neuen Jahr in das heilende Wasser einer Schwarzwaldtherme einzutauchen und dabei draußen die frische Tannenluft zu genießen. Baden-Württemberg, so war jetzt auf der CMT, der weltweit größten Touristikmesse in Stuttgart zu hören, ist das Bäderland Nummer eins.

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