Der Weg ist das Ziel: durch den Schönbuch nach Bebenhausen

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Nach einer ziemlich langen Zugfahrt quer durch Deutschland nach Hause habe ich beschlossen, am nächsten Morgen zu einer ausgedehnten Wanderung in den Naturpark Schönbuch zu starten, um meinen Gehapparat wieder in Schwung zu bringen. Nie wäre mir in  den Sinn gekommen, mich einer wie auch immer gearteten Wandervereinsgruppe anzuschließen mit dem Ziel, 23 Kilometer nach Bebenhausen bei Tübingen zu wandern. Aber eigentlich war auch nicht das Ziel in meinem Kopf. Eher der Weg als Ziel und vielleicht, so dachte ich, mache ich doch alles anders als geplant. Kein Druck, immer mit der Idee der spontanen Entscheidungsfreiheit. In meinem eigenen Rhythmus, mal schlendern, mal schneller, aber nie im Walking-Stechschritt, mal hie und da im schönen Goldersbachtal verweilen, mir die Schilder in die verschiedenen Richtungen zu Gemüte führen, das würde  mich ganz offen an eine so lange Strecke herangehen lassen. Ja, die Wegschilder in die verschiedenen Richtungen würden mir die Freiheit geben, vielleicht doch lieber einen Haken in eine andere Richtung zu schlagen. Wie der Hase, den ich im Frühjahr auf der Dachteler Heide durch eine gelbe Löwenzahnwiese springen sah.

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Schöne Aussichten im August

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Mehr Sommer geht nicht mehr. An manchen Tagen gehe ich diesen Weg von dem Ort, in dem ich wohne, nach Herrenberg, um den Blick auf die Schwäbische Alb und die Stiftskirche mit Schlossberg zu genießen. Dort oben läuft jetzt, im August, das Sommernachtskino und es scheint, als ob die Sonnenblumen auf dem Feld vor Kuppingen Teil der Zuschauergemeinde seien. Die Stiftskirche blickt derweil mit der Gelassenheit eines Buddhas in die Landschaft und hat die Wurmlinger Kapelle zwischen Tübingen und Rottenburg im Seitenblick. Die Glucke im Gäu wird sie auch genannt – zu Recht, wie ich meine. Der Aufstieg an der Kirche vorbei zum Schlossberg wird belohnt mit einer phantastischen Aussicht (bis Oktober hat auch das Schlossbergcafé geöffnet). Wer danach noch eine gute halbe Stunde weiter wandert und noch höher hinaus möchte, sieht den Naturpark und die Ausläufer des Schwarzwalds auf dem Schönbuchturm aus der Vogelperspektive.

Schönbuchturm Herrenberg
Schönbuchturm Herrenberg Foto: Minh Ong

 

Blick auf den Säntis

An der Strandpromenade in Überlingen
An der Strandpromenade in Überlingen

Juli 2019

Unter einem Baum am Wasser zu sitzen ist für mich bei sengender Sonne eine wahre Wohltat. In Überlingen am Bodensee, wo ich im Frühjahr und Herbst gerne mal ein Wochenende verbringe, ist es mir aber momentan zu schwül und zu heiß. Und anscheinend ging es schon der Dichterin Anette von Droste-Hülshoff vor 200 Jahren so, als sie die Sommer in Meersburg, unweit von Überlingen, bei ihrer Schwester und deren Familie verbrachte. Der Blick auf den schneebedeckten Säntis war ihr Trick, um sich abzukühlen (wahrscheinlich war ihr das schwäbische Meer zu warm, oder war Baden zu der damaligen Zeit in ihren Kreisen nicht angesagt). Und so denken wir uns den Konjunktiv in Anettes letzter Strophe vom Sommer einfach weg und tauchen mal ein in das Bild des schneebeckten Säntis als Mentaltrip für einen kühlen Kopf.

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Sommeridylle in Kloster Kirchberg

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Pfingsten in Kloster Kirchberg (Foto: Ursula Kuttler-Merz)

Blaue und gelbe Lilien, die selbstbewusst und majestätisch die Ruhe des Ortes unterstreichen: In der Anlage des Kloster Kirchberg sind es die blauen und dunkel violetten, an den Weihern unterhalb der Klosteranlage malen die gelben Wasserlilien eine Sommeridylle. Zu hören ist nur das Zirpen der Grillen und Quaken der Frösche. Schöne Rundwege gibt es hier, zwischen Alb und Schwarzwald, und nicht weit am Horizont thront erhaben das alte Preussen-Schloss Hohenzollern, das die Kulisse der Landschaft bestimmt.

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Mir träumte, ich wär ein Schmetterling…

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Aurorafalter und Wiesenschaumkraut im Wald bei Kloster Kirchberg

Gestern Nacht träumte ich, ich wär ein Schmetterling
und flog von Blume zu Blume.
Da erwachte ich und siehe:
Alles war nur ein Traum.
Jetzt weiß ich nicht:
Bin ich ein Mensch der träumte,
er sei ein Schmetterling,
Oder bin ich ein Schmetterling,
der träumt, er sei ein Mensch….

Gestern Nachmittag ging ich mit einer Freundin im Wald spazieren. Es war kein Traum, zumindest nicht in der Realität, in der wir leben. Und obwohl es der 1.Mai war, wurden wir anfangs nicht von Wanderern und Waldrandalierern, sondern von kleinen, freundlichen Schmetterlingen begleitet, deren Farbe wie eine leckere Mischung aus Vanille- und Mango-Eis war.

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Blütenzauber im Streuobstparadies

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18. April 2019

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land

Die wunderbare Streuobstlandschaft am Schönbuchtrauf zwischen Herrenberg und Tübingen dürfte auch dem schwäbischen Dichter Eduard Mörike bekannt gewesen sein. Es grünt und blüht und sprießt. Blütenzauber in saftigen Wiesen soweit das Auge reicht. Jetzt, im Frühjahr, öffnen sich hier nacheinander die Knospen der Kirsch-, Apfel- und Zwetschgenbäume. Der Panoramaweg zwischen Mönchberg und Kayh hat es mir besonders angetan. Weiterlesen „Blütenzauber im Streuobstparadies“

Mandelblüte auf Mallorca

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Spaziergang von Antratx nach Port d´Antratx während der Mandelblüte

Februar 2019

Mallorca, der Deutschen Lieblingsinsel, war für mich bislang immer mit den üblichen negativen Klischees behaftet, und ich hatte keine Lust, dort Urlaub zu machen. Zumal ich sowieso nicht gerne fliege – nur in Ausnahmefällen. Das letzte Mal 2013 zum Weltsozialforum nach Tunis und jetzt war der Ausnahmefall dieser: eine Freundin schlug mir vor, unsere Geburtstage (beide im Februar) während der Mandelblüte auf Mallorca zu verbringen. Und Mandelblüte hört sich für mich besser an als Ballermann. Weiterlesen „Mandelblüte auf Mallorca“

Auf dem Genießerpfad

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Minh hat sich eine Auszeit im Schwarzwald gegönnt und mich für ein Wochenende mitgenommen nach Baiersbronn, wo sie eine kleine Ferienwohnung besitzt. Unter der Woche ist sie von früh bis spät in ihrer Massagepraxis in Herrenberg anzufinden, ihre Spezialität ist die Thai-Massage und Akupunktur. In Baiersbronn tankt sie wieder Kraft beim Ski fahren und wandern. Zusammen sind wir auf dem Genießerpfad zur Wanderhütte Sattelei des renommierten Sterne-Restaurants Bareiss gegangen und haben im Wald am späten Nachmittag eine märchenhafte Atmosphäre vorgefunden. Wie im Bilderbuch ist es hier, Eiszapfen an der Regenrinne einer kleinen Waldhütte und der Schnee glitzert durch die letzten Strahlen der Sonne. Weiterlesen „Auf dem Genießerpfad“

Das neue Jahr startet mit einem Gewinn

 

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17. Januar 2019

Welche Überraschung! Diese Woche war ich auf der CMT, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit in Stuttgart und durfte prompt einen Gewinn mit nach Hause nehmen. Beim Quiz der DB, das ich jedes Jahr mit Andreas Kegreiß, Vorstandsmitglied von PRO BAHN Baden-Württemberg besuche, habe ich richtig geraten: Acht mal täglich fahren ICE und TGV von Stuttgart, München und Frankfurt nach Paris. Allerdings war mein Gewinn keine Fahrt in die Stadt der Liebe, sondern zwei Tagestickets für das Badeparadies Titisee. Obendrauf gabs auch noch Bahntickets im Wert von 40 Euro. Da Bahnfahren sowieso zu meinem liebsten Fortbewegungsmittel gehört, freue ich mich natürlich besonders darüber. Dieses Jahr möchte ich mal ein paar Tage ins Elsaß fahren und habe mich am französischen Stand gleich mit viel Material, auch für den Freundeskreis, eingedeckt. Weiterlesen „Das neue Jahr startet mit einem Gewinn“

Ein Wintertag im Beaujolais Vert

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Bin ich hier (linkes Bild) in Frankreich oder im Schwarzwald? In den Herbstferien habe ich meine Freundin Pascale im Beaujolais Vert, 65 Kilometer südwestlich von Lyon besucht. Der lac des sapins, der See der Tannen und sein Örtchen Cublize waren Ende Oktober komplett eingeschneit. Ein abrupter Wintereinbruch, angekündigt mit alerte orange, einer hohen Unwetterwarnung, 24 Stunden kein Strom, Bäume, die unter der schweren Last des Schnees zusammenbrachen, der Verkehr auf den Straßen ebenso. Am Abend des Schneegestöbers, kurz nach meiner Ankunft, haben wir es uns mit Kerzen im französischen Landhaus gemütlich gemacht und es mit einer c´est la vie Haltung hingenommen. Am nächsten Tag war Schneeschippen und Baumschnitt angesagt. Quelle surprise, welche Überraschung, als das Licht am Abend wieder anging und die Sonne am Nachmittag den Schnee schmelzen ließ (rechtes Bild)! Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich hier im Nachbarland viel mehr Geduld für die Unannehmlichkeiten des täglichen Lebens aufbringe und einen Schritt zurücktreten kann.                                                                               

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