Auf Spurensuche: Künstlerinnen in Montparnasse

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Friedhof Montparnasse – am Grab von Agnès Varda

Création, inspiration et partage war das Motto der großen Filmemacherin und Fotografin Agnès Varda: Kreation, Inspiration und Teilen. Inspiriert war sie bis zu ihrem Tod im März diesen Jahres, die „Großmutter der Nouvelle Vague“, wie sie auch genannt wurde (sie selbst sah sich eher als Visual-Art-Künstlerin). Agnès Varda war eine der Schlüsselfiguren des modernen Films und erhielt 2017 den Ehrenoscar für ihr Lebenswerk. Im Februar war sie noch auf der Berlinale und Ende März ist sie, 90-jährig, für immer gegangen.  Weiterlesen „Auf Spurensuche: Künstlerinnen in Montparnasse“

Auf dem Genießerpfad

minghütte

Minh hat sich eine Auszeit im Schwarzwald gegönnt und mich für ein Wochenende mitgenommen nach Baiersbronn, wo sie eine kleine Ferienwohnung besitzt. Unter der Woche ist sie von früh bis spät in ihrer Massagepraxis in Herrenberg anzufinden, ihre Spezialität ist die Thai-Massage und Akupunktur. In Baiersbronn tankt sie wieder Kraft beim Ski fahren und wandern. Zusammen sind wir auf dem Genießerpfad zur Wanderhütte Sattelei des renommierten Sterne-Restaurants Bareiss gegangen und haben im Wald am späten Nachmittag eine märchenhafte Atmosphäre vorgefunden. Wie im Bilderbuch ist es hier, Eiszapfen an der Regenrinne einer kleinen Waldhütte und der Schnee glitzert durch die letzten Strahlen der Sonne. Weiterlesen „Auf dem Genießerpfad“

Als ich Weihnachtsfreude holen ging

(Veröffentlicht am 23.12.2017 im Gäuboten)

Porträt einer Jahrhundertfrau

Als ich Tante Elli in der Vorweihnachtszeit anrufe, kommt sie gerade aus der Küche. „Ich habe mich durchgerungen, noch einmal Plätzchen gebacken“, stöhnt sie. Was für welche denn, frage ich, denn ich habe keine gebacken. „Ach, so quer durch den Garten: zusammengesetzte Mürbteigplätzchen mit gefüllter Marmelade in der Mitte, dann Zimtplätzchen für die Verdauung und Ingwerplätzchen für die Gesundheit. Und Vanillekipferl, die müssen immer sein“. Pariser Stangerl und diese Nussstangen mit Zitronenglasur habe sie nicht mehr geschafft. Die Backaktion, so höre ich raus, hat meine Tante total aus ihrer Balance gebracht: sie finde manche Rezepte nicht mehr, habe zittrige Hände und dauernd falle ihr was runter.

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Mon amie Pascale

moulin2017

(Dieser Text erhielt 2017 beim Schreibwettbewerb des Kreisseniorenrats Böblingen
zum Thema „Freundschaft“ den Sonderpreis der Tageszeitung Gäubote).

Endlos säumen Brombeersträucher links und rechts den Halbhöhenweg zwischen Amplepuis und Cublize. Die warme Septembersonne gibt den schwarzen Beeren die letzte Süße. Pascale pflückt mir die Schönsten und reicht sie mir. Wir essen uns an den Brombeerbüschen satt, die uns fast verschwenderisch ihre Genüsslichkeiten anbieten. An diesem schönen Spätsommertag tun wir das, was wir am liebsten zusammen tun: durch die Landschaft schlendern, spazieren gehen. Nicht walken, nicht wandern, nicht joggen. Ohne Rucksack, ohne Proviant. Gerade haben wir Paulette, Pascales Mutter einen Besuch auf ihrer herrlichen Terrasse abgestattet. Nächstes Jahr kennen wir uns 40 Jahre. Und es ist immer wie gestern, wenn wir uns ein Jahr nicht gesehen haben.

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