Mir träumte, ich wär ein Schmetterling…

Schmetterling1
Aurorafalter und Wiesenschaumkraut im Wald bei Kloster Kirchberg

Gestern Nacht träumte ich, ich wär ein Schmetterling
und flog von Blume zu Blume.
Da erwachte ich und siehe:
Alles war nur ein Traum.
Jetzt weiß ich nicht:
Bin ich ein Mensch der träumte,
er sei ein Schmetterling,
Oder bin ich ein Schmetterling,
der träumt, er sei ein Mensch….

Gestern Nachmittag ging ich mit einer Freundin im Wald spazieren. Es war kein Traum, zumindest nicht in der Realität, in der wir leben. Und obwohl es der 1.Mai war, wurden wir anfangs nicht von Wanderern und Waldrandalierern, sondern von kleinen, freundlichen Schmetterlingen begleitet, deren Farbe wie eine leckere Mischung aus Vanille- und Mango-Eis war.

Meine Freundin meinte nachdenklich: wenn ich einen Schmetterling sehe, begleitet mich meine Mutter. Ich weiss, sie ist dann bei mir.
Der Schmetterling als Symbol für ein neues Leben nach dem Tod, für ein Leben in der Zwischenwelt – ein schönes, archetypisches Bild.

Zurück zu Tschuang-Tsi: Der daoistische Philosoph beschreibt einen Traum. Aber auch der Schmetterling könnte einen Traum gehabt haben. Wie das Flattern eines Flügelschlags schwingt etwas hin und her. Wer bin ich? Wer ist ich? Der Schmetterling oder der träumende Mensch? Sowohl die eine als auch die andere Perspektive kann die richtige sein. Was ist Realität? Ist ein Traum realer als das Leben selbst? Für die alten Veden war die Realität, wie wir sie wahrnehmen, nur Maya, Illusion. Und Platon beschreibt in seinem Höhlengleichnis den Schatten an der Wand als die Realität der Sinne, wie die Menschen sie wahrnehmen: als Schatten des Feuers, das selbst die Wahrheit ist, getrennt vom Licht durch eine Wand.
Menschen, die eine Erleuchtung erfahren haben, wie der spirituelle Autor Eckart Tolle, haben die Essenz des Lebens selbst erfahren, nach einem Leben voller Angst und Depression. Sie werden von anderen als Meister bezeichnet, wo sie oft nur ganz bescheiden meinen, jeder könne diese Erkenntnis erlangen – man müsse nur sein Ego, seine Ichbezogenheit hinter sich lassen. Licht, Wahrheit, Fülle könnten erfahren werden, wenn die Hinwendung zum gegenwärtigen Augenblick immer und immer wieder geübt wird.
Mir persönlich reicht ehrlich gesagt schon, die Schönheit der Natur genießen zu können,
im Licht der Sonne und im wohltuenden Schatten des Waldes. Fangen wir klein an mit den Wundern und der Zwischenwelt, in der der Schmetterling hin und her flattert.

 

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