Wie die Wintersonnwende zu Weihnachten wurde

Herrenberg im Advent 2020
Herrenberger Marktplatz im Advent 2020

In der Advents- und Weihnachtszeit erstrahlen die Innenstädte, Gärten und Häuserfassaden in einem besonderen Lichterglanz, der auch die Seele erhellen soll. So wie die Tage immer kürzer werden, steigt auch die Freude auf die Weihnachtskerzen unterm Tannenbaum mit leuchtenden Kinderaugen. Klingt kitschig, ist aber eine schöne Tradition. Gerade in diesen harten Zeiten, scheint es, glitzern und leuchten die lichtvollen Installationen in den Städten noch mehr, um der Dunkelheit zu trotzen.

Nun, warum feiern wir eigentlich Weihnachten am 24.Dezember, um die Wintersonnwende herum? Es ist nicht belegt, dass Jesus an diesem Tag im Winter geboren ist. Belegt aber ist, dass das Datum der Wintersonnwende (am 21.oder 22.Dezember) nicht nur in heidnischen Kulten eine Rolle gespielt hat. Nach der längsten Nacht werden die Tage wieder länger und heller. Auch die polytheistischen Römer haben diese Wende im Jahreszeitenzyklus gefeiert: sie huldigten damit dem sol invictus, dem unbesiegbaren Sonnengott.

Sol invictus als Christ-Sonne, Mosaik aus der Nekropole unter der Peterskirche in Rom, 3.Jh.n.Chr

Belegt ist auch, dass die Römer am 25.Dezember des Jahres 274 erstmals auf Erlass des Kaisers Aurelian den Geburtstag des Sonnengottes feierten, was den Grundstein für das spätere Weihnachtsfest gelegt haben dürfte. Aurelian wollte die Glaubenseinheit innerhalb des Reichs fördern und unterstützte die Ausbreitung des Sol Invictus Kults, als dessen Günstling er sich feiern ließ. Die alten römischen Götter verloren derweil an Bedeutung.

So kam es, dass nicht nur die römischen Heiden, sondern auch frühe Christen Jesus als den unbesiegbaren Sonnengott assoziiert haben, wie es auch sehr eindrücklich auf einem Deckenmosaik aus dem 3.Jahrhundert n.Chr. zu sehen ist. Nicht das Kind in der Krippe wird hier dargestellt, sondern Christus als Sonnengott, der von aufbäumenden Pferden gezogen in einem Wagen über den Himmel fegt und wieder Licht in die Welt bringt. Weder Palmen noch Tannenbäume sind im Hintergrund zu sehen, sondern die Weinreben des Dionysos, die zum Wein Christi werden. Christus wird hier mit seinem Strahlenkranz als die „Sonne der Gerechtigkeit“ dargestellt (s.Bibel, Buch Maleachi).

Werfen wir während der längsten Nacht des Jahres mal einen Blick auf den Abendhimmel, denn dieses Jahr ist nun auch ein besonderes lichtvolles Spektakel zu beobachten: Am 21. Dezember 2020 begegnen sich die beiden hellen Planeten Jupiter und Saturn. Letzterer ist sehr langsam und wird in dieser Nacht von dem – auf seiner Umlaufbahn – schnelleren Jupiter eingeholt. Dann stehen die beiden Planeten während der Abenddämmerung sehr dicht beieinander, eine kosmische Begegnung, die nur etwa alle 20 Jahre vorkommt.

Der römische Jupiter wird übrigens bei den Römern auch als invictus, als unbesiegbar tituliert und war der Oberste aller Götter. Von den alten Astrologen wurde der Planet als „das große Glück“ bezeichnet. In diesem Sinne dürfen wir mit den Unbesiegbaren auf ein glückliches und gesundes 2021 hoffen.

Quelle: Wikipedia, t-online.de

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